Cosme Velho
Cosme Velho ist ein traditioneller Stadtteil von Rio de Janeiro, direkt am Fusse des Morro do Corcovado. Die meisten Besucher lernen Cosme Velho auf dem Weg zum Cristo Redentor flüchtig kennen, denn hier befinden sich der Zugang zur Estrada das Paineiras, der Anfahrtsstrasse zur Christustatue für PkW und die Estação Ferroviária do Corcovado, die Bodenstation der Corcovado Bahn. Über die längste Zeit seiner Geschichte war Cosme Velho eine Art Sackgasse, ein letzter Ausläufer der Stadt vor den bewaldeten Steilwänden der Serra da Carioca. Diese Idylle endete 1965 mit der Eröffnung des Rebouças Tunnels, einer wichtigen Verkehrsverbindung zwischen der Zona Sul und der Zona Norte. Trotz des seitdem auf der einzigen Hautpstrasse des Stadtteils herrschenden regen Verkehrs hat sich Cosme Velho viel von seinem traditionellem Charme bewahren können und gilt als eines der Schaufenster in die Geschichte der Stadt.

Wer vor oder nach einem Besuch der Christusstatue etwas Zeit übrig hat, sollte die Gelegenheit nutzen, Cosme Velho näher kennenzulernen. Sehenswertswert sind unter anderem der malerische Largo do Boticário (Rua Cosme Velho 822), ein versteckt liegender winziger Platz mit Kopfsteinpflaster und historischer Architektur, ebenso wie die Bica da Rainha (Rua Cosme Velho 381), ein Brunnen aus dem frühen 19. Jahrhundert, seinerzeit ein beliebtes Ausflugsziel der portugiesischen Königsfamilie. Ebenfalls in keinem Fall auszulassen ist ein Besuch des Museums für naive Kunst, MIAN - Museu Internacional de Arte Naif do Brasil (Rua Cosme Velho 561, +55.21.2205-8612)

Weder Cosme Velho noch der etwas weiter in Richtung Bucht gelegene Nachbarstadtteil Laranjeiras sind typische Touristengegenden von Rio de Janeiro und bieten Kennern die Gelegenheit für interessante Begegnungen mit der Stadt. Zu den raren Unterkunftsmöglichkeiten für Touristen in Cosme Velho gehört das sympatische Boutique Hotel "Casa 32" am Largo do Boticário. Was Essen und Trinken angeht, bieten Cosme Velho und Laranjeiras einige alteingesessene und stadtbekannte Bars und Restaurants wie das das "Clan Café" (Rua Cosme Velho 564) mit Jazz und Bossa Nova Musik, die "Adega do Juca" (Rua Gago Coutinho 37, Laranjeiras), die "Bar do Serafim" (Rua Alice, 24, Laranjeiras), den "Mercado São José" (Rua das Laranjeiras 154) mit insgesamt 6 kleinen Bars und Restaurants, oder das "Severyna" (Rua Ipiranga 54, Laranjeiras) mit original nordostbrasilianischer Küche.

Stadtplaner diskutieren zur Zeit Projekte zur Neueröffnung des legendären Hotel Paineiras vor den Großereignissen der FIFA Fussball WM 2014 und der Olympiade 2016. Das Hotel wurde ursprünglich von Kaiser Dom Pedro II in den 1880er Jahren etwa einen Kilometer von der Christusstaue entfernt an der Station Paineiras innerhalb des heutigen Tijuca Nationalparks erbaut und war seit längerem verfallen. Der Neubau soll neben einem Besucherzentrum für den Nationalpark, Ausstellungsräumen und einem Konferenzzentrum auch ein Ökohotel umfassen. Vielleicht werden Corcovado Fans also in naher Zunkuft auf halber Höhe zum Gipfel und der Aussichtsplattform des Cristo Redentor logieren können.